Nachtrag: Integrationsbeauftragte nur in zwei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten

In einem Blogeintrag hatten wir kürzlich darüber berichtet, dass nur in zwei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Integrations- bzw. Diversitybeauftragte tätig sind. Nun erhielt der Publikumsrat Antwort auf eine Geprächsanfrage an den Intendanten des Hessischen Rundfunks, Dr. Helmut Reitze. Vor einigen Wochen hatten wir ihn um einen Termin gebeten, um über dieses wichtige Thema zu sprechen. Schließlich ist die internationale Stadt Frankfurt am Main, in welcher der hr angesiedelt ist, überregional bekannt für sein Integrationskonzept sowie sein Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AMKA), das bereits seit 1989  existiert.

Der Intendant des hr lehnt jedoch einen Gesprächstermin mit Vertretern des Publikumsrats ab (siehe unten). Er sieht auch keine Notwendigkeit für eine/n Minderheitenbeauftragte/n, weil das Thema im hr als „Querschnittsaufgabe“ definiert würde. Die Begründung scheint uns nicht stichhaltig, denn schließlich muss es eine Stelle im Sender geben, die diese Querschnittsaufgabe auch umsetzt. Genauso geschieht es in Frankfurt am Main; hier führt Nargess Eskandari-Grünberg das Integrationsdzernat. Auch die Bundesregierung betrachtet Integration als Querschnittsaufgabe und hat sicher nicht ohne Grund im Jahr 2005 die Stelle einer Integrationsbauftragten eingerichtet, das gegenwärtig von Staatsministerin Aydan Özoğuz ausgefüllt wird.

Desweiteren möchte der Intendant des hr das Thema Integration und Diversity im Hessischen Rundfunk ausschließlich mit den eigenen Gremien besprechen.

Wir werden natürlich an diesem wichtigen Thema dranbleiben und versuchen, die öffentlich-rechtlichen Sender davon zu überzeugen, dass Transparenz, Bürgernähe und Dialogbereitschaft nicht nur dem Publikum, sondern auch ihnen selbst zugute kommen kann.

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17. Februar 2015 von Christine Horz
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