#ARD #ZDF: Neuer Auftrag in Sicht?

Die digitale Entwicklung, der Kostendruck sowie die Abwanderung der Jungen in das Internet sind Herausforderungen, welchen sich die öffentlich-rechtlichen Medien (ÖRM) stellen müssen.

Seit einiger Zeit beraten die Länder über eine Neuausrichtung des Auftrags der ÖRM.

Sicher sinnvoll, doch wie sieht nun der neue Auftrag aus? Bisher ist bekannt, dass künftig nur noch Das Erste, das ZDF, die Dritten, Arte und 3sat verpflichtend beauftragt werden sollen, den Funktionsauftrag sicher zu stellen. Unter dem Stichwort Flexibilisierung sollen einige Spartenkanäle ins Internet verlegt werden. Außerdem bauen ARD und ZDF eine gemeinsame Mediathek auf, um so Synergien zu nutzen. Dies ist sicher ein sinnvoller Schritt. Auch sollen sie transparenter werden, was die Verwendung der Gebühren betrifft. Alleine: das sind sie bereits.

Reicht das aus? Wie steht es um die inhaltliche Ausrichtung? Die Staatskanzlisten sprechen von „Sachlichkeit“. Noch ist nicht sicher, ob die ÖRM dann die wichtigen Polit- und Satiremagazine „schleifen“, um kommentierende Darstellungsformen zurückzudrängen. Gerade angesichts von Fake News, der Gängelung unabhängiger Medien in ost-europäischen Ländern sowie aus dem rechten politischen Lager ist deutlich geworden, wie unverzichtbar ARD, ZDF und Deutschlandradio für die Demokratie sind. Sie sollten ihre Rolle der Kontrolle des parlamentarischen und politischen Geschehens sogar noch ausbauen.

Aus unserer Sicht fehlt auch eine öffentliche und offene Debatte um den Public Value – also den gesellschaftlichen Mehrwert des neuen Auftrags. Nutzende sollten in die Reform stärker eingebunden werden. Auf diese Weise können auf der Senderseite neue Nutzergruppen und auf der Publikumsseite neue Identifikationspunkte mit den ÖRM erschlossen werden. Spannende Vorschläge hatten ExpertInnen vor einiger Zeit schon gemacht!

 

 

08. Juli 2021 von Christine Horz
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