Senkung des Rundfunkbeitrags lässt Spielraum für mehr Publikumsbeteiligung

Pressemitteilung, 14.03.2014

Die Ministerpräsidenten und –präsidentinnen haben in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, dass der Rundfunkbeitrag pro Haushalt um 48 Cent auf 17,50 pro Haushalt gesenkt werden soll.

Die Initiative für einen Publikumsrat begrüßt, dass die Ministerpräsidenten und –präsidentinnen einen Spielraum für weitere Investitionen, wie die Werbereduzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, eingeräumt haben.

Nun gilt es, dass die Investitionen so gestaltet werden, dass die Zuschauer_innen und Hörer_innen umfassend davon profitieren, in dem beispielsweise ein Teil der Mehreinnahmen in ein verbessertes Programm unter anderem durch eine angemessene Bezahlung auch der freien Produzenten_innen investiert wird. Auch verbesserte Möglichkeiten der Publikumsbeteiligung und –mitbestimmung würden sich lohnen, etwa die Investition in Programmbeobachtungen und Wahlverfahren z.B. zur Gremienzusammensetzung.

Durch die Einführung der „Haushaltsabgabe“ beteiligt sich jeder Haushalt in Deutschland mit seinem Beitrag an der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland. Demgegenüber erhalten die Zuschauer_innen/Hörer_innen bislang kaum transparente und leicht zugängliche Informationen über die Senderpolitik sowie die Arbeitsweise und Aufgabe der Gremien. Bislang wurden nur punktuell Dialog- und Mitbestimmungsmöglichkeiten eingeräumt. Weder existiert eine unabhängige Ombudsstelle, welche die Zuschauer/Hörerkritik bündelt und an die Anstalten übermittelt, noch können sich größere Teile der Bevölkerung an medienpolitischen Entscheidungen wie der Ausgestaltung von Programm- und Entwicklungsfragen beteiligen, wie es beispielsweise in der Schweiz üblich ist. Die Rundfunkanstalten und vor allem die Rundfunk- und Fernsehräte könnten in ihrer Arbeit erheblich von einer größeren Nähe zum Publikum sowie einem Publikumsrat als Mittler- und Informationsinstanz zwischen Sender und Publikum profitieren.

Teile der Beitragsüberschüsse könnten auch in die Erhaltung der und verbesserte Zugänglichkeit zu den audio-visuellen Archiven der öffentlich-rechtlichen Anstalten investiert werden, denn die Initiative für einen Publikumsrat betrachtet sie als wichtiges und öffentlich finanziertes Kulturgut. Im Rahmen des Nationalen Integrationsplans haben sich ARD und ZDF verpflichtet, den Themen Migration und kulturelle Vielfalt ein größeres Gewicht zu geben. Wir schlagen vor, die Mehreinnahmen aus den Rundfunkbeiträgen auch in die Entwicklung innovativer Formate zu investieren und Ideen für eine sich pluralisierende Medienlandschaft in einer vielfältigen Gesellschaft umzusetzen.

Dr. Christine Horz, Frankfurt

Dr. Sabine Schiffer, Erlangen/Berlin

Für Rückmeldungen:

Fon: 069 – 46997780

Mail: info@publikumsrat.de

14. März 2014 von admin
Kategorien: Aktuelles, Pressemitteilungen | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Wir sprechen hier von lediglich 48 Cent pro Haushalt. Um was für eine Senkung der Gebühren wird hier eigentlich gesprochen. Ich glaube kaum, dass das für die ganzen Haushalte eine wirkliche Entlastung ist. Hier muss sich grundlegend etwas ändern.

  2. ärgerlich,finden wir ist immer,
    dass ZDF neo in B-W erst um 21.00 Uhr umgeschaltet wird. Die tollen Krimis und andere gute Sendungen sind so nicht sehbar und die Wiederholungen mitten in der Nacht, z.B 2.00 Uhr sind ein weiterer negativer Grund diese beschwerde zu senden. Hoffe es kommen noch mehr von anderen Fernsehern.
    Heute fängt der neue Father Brown an, siche,r wie ein andere Kritiker schrieb, wäre der im Normalprogramm gut untergebracht, statt der öder Krimis und Rosamunde Pilcher Schmals.
    Wagt doch mal was

    renate und uli aus STUTTGART

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert