#GewaltGegenFlüchtlinge: Kaum Aufklärung von ARD & ZDF

Scheinbar ruhig ist es geworden um die Gewaltattacken auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte. Doch der Schein trügt. Während die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender kaum noch über Anschläge auf Asylunterkünfte oder Flüchtlingen berichten, gehen die Attacken unvermindert weiter.

Alleine vom 1. bis 17. Mai sind 20 Anschläge dokumentiert. Mehrere Menschen wurden verletzt, eine Asylunterkunft in Hamburg mit 530 Menschen musste evakuiert werden. Gibt man jedoch im Internet-Auftritt der Tagesschau (ARD) das Suchwort Rechtsextremismus ein, kommt genau ein Treffer. Bei den Suchworten „Anschläge, Flüchtlinge“ sind es zwar 176, doch man muß suchen, bis man relevante Beiträge findet. Der Blick auf das Datum der Sendungen verrät, dass die letzten Einträge vom Januar dieses Jahres sind. Im ZDF heute-Auftritt finden sich unter „Rechstextremismus“ vier Seiten mit teils relevanten Einträgen, darunter einen Korrespondentbericht aus Sachsen.  Das Thema wird auch hier vermischt mit anderen Thematisierungsanlässen wie sexuelle Übergriffe durch Migranten. Unter den Suchworten „Anschläge, Flüchtlinge“ erscheint im ZDF als erstes ein Bericht über „radikale Aktivitäten“ in Moscheen., So gerät die Suche auf den Seiten der Öffentlich-Rechtlichen zu einer Sinn-Induktion: Themen, die nichts miteinander zu tun haben, werden vermischt um eine vermeintliche Nähe dieser Themen zu suggerieren. So wird das Thema Gewalt gegen Flüchtlinge mit Terror, sexuellen Attacken etc. gerahmt – und kann dadurch zur Voruteilsbildung oder Verfestigung beitragen, doch eher wenig zur sachlichen Aufklärung.

Von investigativ ermittelten Ursachen der Anschläge und ihrer Täter keine Spur. Hier scheint die BILD-Zeitung besser aufgestellt zu sein, die versucht das Thema durch verschiedene Studien und Expertenmeinungen zu beleuchten. Erst recht kann von ARD & ZDF erwartet werden, dass sie ihrer Aufgabe der Aufklärung besser gerecht werden als derzeit. Schließlich verfügen sie über Landeskorrespondenten und könnten durchaus einen Überblick über die Situation in den Ländern liefern.

 

19. Mai 2016 von Christine Horz
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