„Fernsehparadies Hessen“

Hinter dem vielversprechenden Titel verbirgt sich ein 24-seitiges Extraheft der „Medienkorrespondenz“ (ehemals Funkkorrespondenz) vom 6. Februar 2015, das sich nichts anderem widmet als dem Heimatsender Hessischer Rundfunk. Die Sonderausgabe dokumentiert akribisch alle Sendungen des HR, die das Wort Hessen im Titel tragen.

Und dabei ist die unglaubliche Zahl von 666 TV-Sendungen zusammengekommen, „die ein Hesse gesehen haben muss“. Eine Auswahl:

Die 100 beliebstesten Hessenwitze (5)

Die 100 besten Hessenwitze (5)

Made in Hessen: Die Asbach-Uralt-Geschichte (9)

Herrliches Hessen (10-12)

Dazu Hessenreporter, Hessenquiz, Hessische Küche, Wandervolles Hessen, Gruselige Orte in Hessen etc.

Für andere wichtige Themen, die sich in dem zentralen Bundesland abspielen bleibt naturgemäß weniger Sendezeit übrig. So klären die Brauchtumssendungen kaum darüber auf, dass sich in Hessen längst eine vitale, kulturell vielfältige Gesellschaft entwickelt hat, die gerade in der Rhein-Main-Region in verschiedenen Bereichen sehr aktiv ein friedliches Zusammenleben gestaltet.

Es ist bedauerlich, dass der Hessische Rundfunk einen so verengten Blickwinkel auf Hessen hat, zumal er  – wie alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten –  den Auftrag hat, ein Programm zu gestalten in dem sich das ganze Publikum und das gesamte Spektrum der Gesellschaft wiederfinden kann.
Aber solange die Einschaltquoten dem Sendekonzept recht geben, wird der HR wohl daran festhalten.

05. März 2015 von Christine Horz
Kategorien: Allgemein | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Selbstverständlich ist es im HR so, ganz wie bei ARD und ZDF und – mich betreffend – beim rbb.
    Aber wer hat die Zeit, eine solche Analyse zu erstellen, zumal es in Dt. keine Stelle gibt, die diese Analyse ernst nehmen würde – siehe die Behandlung der Programmbeschwerden.
    Solange die CDU und SPD im Bundestag die Mehrheit haben, ändert sich hieran nichts.

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