#WDR – Die letzte Instanz: Nichts dazu gelernt!

In welchem Land  – oder auf welchem Planeten lebt der WDR eigentlich? Die Talksendung „Die letzte Instanz“ vom 29.01.2021 hat zum Thema Rassismus nur weiße Talkgäste eingeladen – und die sprechen auch noch sehr unsensibel und teils abschätzig über Rassismus, wie das Jugendportal des Spiegel JETZT zusammenfasst.

Ist die Debatte der letzten Jahre zum Alltagsrassimus in Deutschland an den Machern der Sendung des WDR vorbeigegangen? Haben sie die aktuellen Debatten zur die #BlackLivesMatter Bewegung nicht mitbekommen? Spoiler: in Köln fanden im vergangenen Jahr mehrere Demonstrationen zu diesem Thema statt! Die Medien berichteten und die Online-Debatte auf Twitter reißt nicht ab.

Uns zeigt dieser erneute Fehltritt des WDR, dass es unbedingten Nachholbedarf in Sachen kultursensibler Berichterstattung nicht nur im WDR gibt – schließlich gilt der Sender sogar als Vorreiter, was die Repräsentation von Vielfalt betrifft. An diesem Beispiel wird abermals deutlich, wie dringend öffentlich-rechtliche Medien nachhaltige Diversitätskonzepte benötigen.

Die Sendeverantwortlichen – die übrigens selbst überwiegend weiß und standarddeutsch sind, wie eine Studie der Neuen Deutschen MedienmacherInnen unter meiner Mitarbeit offenlegt –  müssen jetzt endlich Diversität und Antirassismus als Unternehmensziel ausrufen und nicht nur mit vereinzelten Projekten, sondern mit konkreten und nachhaltigen Maßnahmen flankieren!

P.S.: Der Sender WDR sowie einzelne Teilnehmer:innen der Talkrunde haben sich mittlerweile entschuldigt. Sie sollten es jetzt als Anlass nehmen, die Fehler-Entschuldigungsspirale aufzubrechen und die Probleme wirklich da anzugehen wo sie entstehen – durch Selbstreflexion des unconscious bias und konkreten Diversity-Konzepten, die Fragen nach Rassismus nicht ausklammert.

 

 

01. Februar 2021 von Christine Horz
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